Baunr. 29: "Möwe"

Typ:

Klasse:

Kiellegung:

Stapellauf:

Indienststellung:

Verbleib:

Schwesterschiffe:

Vermessungsschiff

Planet-Klasse

13.03.1906

02.07.1906

12.03.1907

1914 im Hafen von Daressalam von der eigenen Besatzung gesprengt

"Planet"


Der Zuwachs an "Schutzgebieten" in Übersee und der Ausbau der Hochseeflotte und dem damit einhergehenden steigenden Bedarf an für Manöver geeignete Seegebiete erforderten eine Verstärkung der Vermessungs-Flotte, zumal die zur nautischen Vermessung umgebauten ehemaligen Kanonenboote "Hyäne", "Wolf" und (ebenfalls) "Möwe" den Anforderungen nicht mehr genügen konnten. Dementsprechend begannen 1905/06  auf der AG Weser Bremen und der KW Wilhelmshaven der Bau zwei neuer Vermessungsschiffe. Neubau "B" erhielt den Namen der im Jahr zuvor aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichenen "Möwe".

Eigentlich für den Einsatz in Übersee vorgesehen, musste die neue "Möwe" zunächst die wegen dringend notwendiger Grundreparaturen in die Werft verholte "Hyäne" ersetzen und führte Arbeiten auf der Jade, Nord- und Ostsee und vor Bergen durch.

Im Frühjahr 1911 war die Überholung der "Hyäne" abgeschlossen und "Möwe" konnte nun in den Auslandsdienst. Am 03.05.1911 lief sie aus Wilhelmshaven aus. Nach ozeanographischen Arbeiten vor Marokko, den Kanarischen Inseln, am Guinea-Strom, an der Kongo-Mündung und am Walfischrücken führte "Möwe" ab Oktober 1911 Vermessungsarbeiten an der Küste Deutsch-Südwestafrikas durch. Ende November 1912 verließ sie das Gebiet mit Ziel Deutsch-Ostafrika und lief im Februar 1913 in Lindi ein, einer wichtigen Garnisonsstadt der Schutztruppe im Süden der Kolonie. Den Rest des Jahres arbeitete sie entlang der Küste von Lindi bis Daressalam und vor den Inseln Sansibar und Mafia. Mit Beginn des Jahres begannen Tätigkeiten am Rufiji-Delta. Die Ergebnisse sollten sich schon Monate später als sehr wertvoll für den Kriegseinsatz des Kleinen Kreuzers "Karlsruhe" erweisen. Am 25. Juli trafen über Küstenfunkstelle Daressalam Nachrichten über die zunehmende Kriegsgefahr ein. Fregattenkapitän Max Loof, Kommandant der "Karlsruhe" und Dienstältester Seeoffizier der ostafrikanischen Station, erteilte "Möwe" den Befehl zum Marsch nach Daressalam. Dort wurde den Mobilisierungsbestimmungen entsprechend "Möwe" aufgelegt und die Besatzung begann, einen geeigneten Dampfer zum Hilfskreuzer umzubauen. Zuerst wurde die "Somali", ein als Begleitschiff der "Karlsruhe" vorgesehener Dampfer der Deutschen Ost-Afrika-Linie (DOAL), mit der Funkeinrichtung und deren Bedienpersonal der "Möwe" ausgestattet. Das einzige halbwegs zum Hilfskreuzer geeignete Schiff, welches sich in jenen Tagen in Deutschost aufhielt, war der Reichspostdampfer "Tabora", ebenfalls von der DOAL. Noch am Morgen des Tages der britischen Kriegserklärung am 5. August 00.00 Uhr begannen die Ausrüstungsarbeiten an "Tabora". Schon wenige Stunden später wurden erste britische Kriegsschiffe vor Daressalam gesichtet. Angesichts nur geringer Kohlenvorräte und Geschwindigkeit der "Tabora" sowie der klaren britischen Überlegenheit wurde dem "Möwe"-Kommandanten Korvettenkapitän Gustav Zimmer die Aussichtslosigkeit des Unternehmens klar.

"Möwe" wurde aufgelegt, die Besatzung mit Ausnahme eines kleinen Wachkommandos sowie die Artillerie der Schutztruppe zur Verfügung gestellt.

Am 8. August wurde die Küstenfunkstelle von einem britischen Kriegsschiff beschossen. In Erwartung weiterer britischer Maßnahmen gegen Daressalam und um das Schiff nicht in feindliche Hände fallen zu lassen, öffnete das Wachkommando die Ventile und zündete die Sprengladungen. Das Schiff lief auf Grund, wobei ein Teil der Aufbauten noch aus dem Wasser ragten. Nach dem Krieg wurde das Wrack von den Briten gehoben und verschrottet.

Bildquelle: Wikipedia

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