Baunr. 13: "Kurfürst Friedrich Wilhelm"

SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm

Typ:

Klasse:

Kiellegung:

Stapellauf:

Indienststellung:

Verbleib:

Schwesterschiffe:

Panzerschiff

Brandenburg-Klasse

24.03.1890

30.06.1891

29.04.1894

Am 08.08.1915 unter osmanischer Flagge durch britisches U-Boot versenkt

"Brandenburg" ; "Weissenburg" ; "Wörth"


Nach recht schnellem Bau wurde das Schiff vom Kaiserpaar getauft, der weitere Ausbau bis zur Indienststellung jedoch zog sich über weitere drei Jahre hin. Das mag eventuell damit Zusammenhängen, das die Werft in jenen Jahren noch keine Erfahrung beim Bau bzw. Ausrüstung großer Panzerschiffe hatte. Die drei auf Privatwerften gebauten Schwesterschiffe wurden trotz späterer Kiellegung früher fertiggestellt. Die rund fünfmonatigen Probefahrten wurden vom Herztod des Kommandanten Kapitän zur See Valette überschattet, zudem wurden Mängel an der Maschinenanlage festgestellt. So trat das Schiff erst Anfang November 1894 in den aktiven Dienst.

Am 12.09.1910 wurde das Schiff aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und stellte als "Haireddin Barbarossa" in Dienst der Osmanischen Marine. 

Im Ersten Balkankrieg leistete das Schiff den bei Catalca/Provinz Istanbul stehenden türkischen Truppen wertvolle Hilfe im Kampf gegen die angreifenden Bulgaren. Ein Ausbruchsversuch mit einigen anderen osmanischen Schiffen durch die Dardanellen scheiterte an stärkeren griechischen Kräften, "Haireddin Barbarossa" musste dabei schwere Treffer hinnehmen. Dennoch konnte das Schiff einen, nach einem gescheiterten amphibischen Angriff erforderlichen, Rückzug am Marmarameer erfolgreich decken. Anschließend unterstützte sie wieder die Front bei Catalca, stoppte dabei mit ihrer schweren Artillerie einen bulgarischen Durchbruchsversuch.

Im Ersten Weltkrieg blieb das Schiff unter dem Kommando des deutschen Korvettenkapitän Hermann Lorey ohne nennenswerten Einsatz, zumal einige Geschütze an die Dardanellen-Front abgegeben wurden. Am 08.08.1915 wurde sie vor Gallipoli durch ein britisches U-Boot versenkt, dabei verloren 253 Seeleute ihr Leben. Lorey überlebte und stieg bis zum Konteradmiral der Reichsmarine auf.

Aus einem Magazin eine zeitgenössische Darstellung vom Stapellauf, dazu folgender Text:

"In der Geschichte unserer jungen, thätigen Kriegsmarineist wieder ein neuer Ehrentag hinzuzufügen.

Von den im vorigen Frühjahr in Bau gegebenen vier großen Panzerschiffen A, B, C und D ist der auf der Kaiserlichen Werft zu Wilhelmshaven erbaute Panzer D als erstes dieser vier Schiffe am 30. Juni glücklich vom Stapel gelaufen.

Die überaus kurze Frist der Fertigstellung dieses Riesenschiffes, des größten unserer Marine, ja des größten überhaupt, das bis jetzt auf einer deutschen Werft je erbaut worden ist, legen ein beredtes Zeugniß für die Leistungsfähigkeit unserer Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven ab. 

Doch besonders stolz kann diese Werft darauf sein, daß ihr kaiserlicher Herr es war, der die Taufe dieses, aus ihrem Schooße hervorgegangenen Schiffskindes Höchstselbst vollzogen, daß Ihre Majestät die Kaiserin und Ihre Königl. Hoheiten Prinz und Prinzessin Heinrich Zeuge dieses Taufactes gewesen, und daß ihr Name daher auf's Neue zum ehrenvolle Ruhme für die deutsche Marine genannt wird.

Zum Schlusse der, mehrere Minuten währenden, in überaus klaren und weithin verständlichen Worten gehaltenen Taufrede des Kaisers erhielt, indem eine Flasche deutschen Schaumweins "Rheingold" am Bug zerschellte, unser jüngstes Kriegsschiff den Namen "Kurfürst Friedrich Wilhelm".

Nach beendigter Taufe begab sich Se. Majestät der Kaiser mit Ihrer Majestät der Kaiserin, Ihren Königl. Hoheiten dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich, Sr. Königl. Hoheit dem Erbgroßherzoge von Oldenburg und dem Gefolge zum Heck des Schiffes, um von dort aus den Ablaufe desselben zuzusehen.

Ein wahrhaft großer und erhebender Anblick war es denn auch, wie sich bald darauf unter tausendstimmigem dreifachen Hurrah der Menge und unter den Klängen der von der Kapelle des Kaiserl. II. Seebataillons intonierten deutschen Nationalhymne der Schiffsriese in Bewegung setzte und langsam und sicher in sein künftiges Element hinabglitt!"

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