Baunr. 31: SMS "Ostfriesland"

Linienschiff Ostfriesland

Typ:

Klasse:

Kiellegung:

Stapellauf:

Indienststellung:

Verbleib:

Schwesterschiffe:

Linienschiff

Helgoland-Klasse

24.12.1908

30.09.1909

01.08.1911

Zielschiff

"Helgoland" ; "Thüringen" ; "Oldenburg"


Nur fünf Tage nach dem Typschiff lief Ersatz Oldenburg als zweites Schiff der Helgoland-Klasse, der zweiten Vierer-Serie deutscher "Dreadnoughts", vom Stapel. Taufpatin war Theda Gräfin von Bismarck-Bohlen, Fürstin zu Innhausen und Knyphausen. die fast auf den Tag genau fünf Jahre zuvor schon der "Hannover" ihren Namen gegeben hat. Nach der Indienststellung und nur sechswöchiger Probezeit stieß "Ostfriesland" am 22.09.1911 zum I. Geschwader und nahm im November erstmals an Geschwader- und Flottenübungen teil. Ende April 1912 stieg Geschwaderkommandeur, Vizeadmiral Hugo Pohl, von der "Westfalen" auf "Ostfriesland" über, die somit neues Geschwaderflaggschiff wurde.

1913 erwarb "Ostfriesland" den Kaiserschießpreis des I. Geschwaders.

1914 nahm das Geschwader an der jährlichen Norwegenreise des Kaisers teil, die wegen der Julikrise und des sich immer deutlicher abzeichnenden Krieges vorzeitig abgebrochen wird. Am 29. Juli trifft das Geschwader in Wilhelmshaven ein und nimmt am folgenden Tag an ersten Sicherungsmaßnahmen in der Deutschen Bucht teil.

Am 31.05.1916 nahm das I. Geschwader vollzählig am Flottenvorstoß in Richtung südnorwegische Küste teil, in dessen Verlauf es zur Skagerrakschlacht kam. In der Schlacht setzte "Ostfriesland" schwere Treffer auf einen britischen Zerstörer und dem Panzerkreuzer "Defence" und war so entscheidend an der Versenkung der beiden Schiffe beteiligt. Auf dem Rückmarsch nach Wilhelmshaven lief "Ostfriesland" in den Morgenstunden des 1. Juni auf eine Mine, was schwere Wassereinbrüche zur Folge hatte, ein Besatzungs-mitglied kam dabei zu Tode.

Im August 1918 war "Ostfriesland" für das Unternehmen Schlußstein - eine geplante Operation mit dem Ziel, die Murmanbahn zu besetzen - vorgesehen. Das Unternehmen wurde jedoch von anfänglichen Minenräumoperationen abgesehen nicht durchgeführt.

Am 03.11.1918, wenige Tage nach den Wilhelmshavener Matrosenunruhen und dem darauf folgenden Ausbruch der Revolution lief das I. Geschwader zur Elbmündung und machte in der Brunsbütteler Schleuse fest. Am 6. November übernahm der revolutionäre Soldatenrat die Befehlsgewalt über das Geschwader, drei Tage später erfolgte der Rückmarsch nach Wilhelmshaven. 

Vom 21. bis zum 25. November wurde "Ostfriesland" desarmiert und diente bis zur Außerdienststellung Mitte Dezember als Stamm- und Wohnschiff für die Besatzungen der Schiffe des I. Geschwaders. 

Als älteres Kampfschiff war die "Ostfriesland" nicht für die Internierung in Scapa Flow vorgesehen.

Am 05.11.1919 wurde sie aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Die Nachforderungen der Alliierten nach der Selbstversenkung der Hochseeflotte in Scapa Flow führten dann doch zur Auslieferung an die US Navy. Am 07.04.1920 lief sie mit deutscher Besatzung letztmals aus Wilhelmshaven aus und traf zwei Tage später in Rosyth ein. Hier wurde sie von der US Navy übernommen und im September nach New York überführt. Im Juli 1921 schließlich ereilte "Ostfriesland" vor Virginia Beach ihr Ende als Zielschiff für Bombenflugzeugen der US . Erste Angriffe am 20. und 21. mit insgesamt 16 Bombentreffern zerstörten das Schiff schwer, jedoch hielt es sich mit Schieflage noch über Wasser. Erst ein dritter Angriff mit sechs Treffern bewirkten den Untergang. Reste des Wracks liegen noch in rund 150m Tiefe

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