Marine-Schlachthof

Schlachthof Wilhelmshaven Marineschlachthof

Anfang der 1890er-Jahre befasste sich die Stadt Wilhelmshaven mit dem Gedanken über den Bau eines Schlachthofes, konkrete Planungen aber gab es offenbar nicht. Um 1900 etwa aber kam Bewegung in die Sache: den stetig wachsenden Bedarf der Marine an Fleisch- und Wurstwaren konnten die Schlachter in den Jadegemeinden nicht decken; so plante die Marine den Bau eines eigenen Schlachthofes. Das wiederum rief die Stadt auf den Plan, die erheblichen wirtschaft-lichen Schaden der heimischen Schlachter befürchtete. Tatsächlich konnte die Stadt die Marine dazu bringen, auf den Bau zu verzichten, allerdings unter der Voraussetzung, nun selber einen zu bauen. Um den Bau zu realisieren, war nicht nur der bereits 1901 Ankauf eines Geländes nötig - gekauft wurden … ha am Kanal - vor allem musste der Schlachthofzwang eingeführt werden. Besonders in diesem Punkt war eine Einigung mit den oldenburgischen Gemeinden Bant, Heppens und Neuende und den dort ansässigen Schlachtern notwendig, schließlich war die Anzahl der Schlachter im damals kleinen Wilhelmshavener Stadtgebiet eher gering. 1903 erzielten die Gemeinden mit Ausnahme Neuendes eine vertragsreife Einigung, wenngleich es immer noch Widerstände seitens der Schlachter gab. 1904 wurde mit dem Bau begonnen, 1905 trat dann auch Neuende der Schlachthofgemeinschaft bei, im April 1906 wurde der Betrieb eröffnet. Die Marine benutzte den Schlachthof mit. 

1911 schlossen sich Bant, Heppens und Neuende zur Stadt Rüstringen zusammen, die den Platz in der Schlachthofgemeinschaft einnahm. 

1915 schließlich baute die Marine auf dem Gelände dann doch ihren eigenen Schlachtbetrieb. Warum die Marine entgegen ihres ursprünglichen Verzichts nun doch baute und in welchem Umfang muss noch recherchiert werden. Mutmaßlich sind die beiden noch erhaltenen und unter Denkmalschutz stehenden Verwaltungsgebäude Marinebauten.

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