Marineobservatorium

Bereits zu 1874 wurde durch die Admiralität der Aufbau eines astronomisch-geophysikalischen Instituts für die Marine angeordnet. Für den Bau des Instituts wurde eigens ein 1,7 ha großes Gebiet im oldenburgi-schen Alt-Heppens erworben, schon zum 1. Januar 1874 der Astronom und Geophysiker Dr. Karl Nikolai Jensen Börgen zum Direktor ernannt.

Aufgaben des Instituts waren:

 - Astronomische Beobachtungen

 - meteorologische Beobachtungen

 - Beobachtung und Untersuchung des Erdmagnetismus

 - Untersuchung des Schiffsmagnetismus

 - Gezeitenlehre und Gezeitenvorausberechnung

 - Windstau- und Sturmflutwarnung

 - Prüfung und Verbesserung nautischer Instrumente, Chronometer und Beobachtungsuhren

 - Zeitdienst inkl. Bestimmung der Zeit mittels Funkzeitzeichen

 

Fachlich unterstand das Institut der Admiralität bzw. ab 1889 dem neu geschaffenen Reichsmarineamt.

1919 wurde es der Marinewerft unterstellt.

1939 nahm die seinerzeit größte und leistungsstärkste Gezeitenrechenmaschine ihren Betrieb auf. Sie kann heute im Deutschen Museum München besichtigt werden. 

Nach mehreren Bombenangriffen wurde das Institut im April/Mai 1941 innerhalb weniger Tage ins damals sichere Greifswald verlegt, wobei Wilhelmshaven offizieller Standort blieb und das Institut truppendienstlich nach wie vor der Marinestation Nordsee unterstand. Dies änderte sich erst im September 1944 mit Unter-stellung zum Marineoberkommando Ost.

Mit Kriegsende im Mai 1945 endete der Betrieb des Marineobservatoriums. In den rund 70 Jahren seines Bestehens erwarb sich das Observatorium einen Namen als Institut von Weltrang.

Direktoren bis 1919:

01.01.1874 - 08.06.1909

09.06.1909 - 30.06.1915

01.07.1915 - 00.00.1919

AdmR Prof. Dr. Carl Börgen

KK Hans Capelle

Prof. Emil Stück


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